"Die Begeisterung, das Wir-Gefühl - es war toll!": Dekanatskirchentag mit rund 1400 Besuchern

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Veröffentlicht am Montag, 26. Juni 2023 12:12
"Die Begeisterung, das Wir-Gefühl - es war toll!": Dekanatskirchentag mit rund 1400 Besuchern

Ein fröhliches und buntes Glaubensfest haben die evangelischen Christen im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach mit ihrem Dekanatskirchentag am Sonntag mitten in Gladenbach gefeiert. Nach dem Gottesdienst am Vormittag, zu dem rund 1400 Gläubige ins Kirschenmarktzelt strömten, gab es beim „Mittagsmosaik“ viel zu entdecken, bis der Kirchentag am Nachmittag nach einer Abschlussandacht mit Abendmahl ausklang.

Noch 6 Sekunden bis zum Start des Dekanatskirchentags! (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)





Noch 6 Sekunden bis zum Start des Dekanatskirchentags! (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

Mit einem Countdown und großem Jubel zum Gottesdienstbeginn im für das Fest eine Woche vorher aufgebauten Zelt gab es Punkt 10.30 Uhr gleich den ersten Gänsehautmoment des Tages. Mit einem Anspiel, schwungvollen Lobpreissongs und traditionellen Kirchenliedern, die jeweils entweder die Band der Evangelischen Jugend im Dekanat oder ein aus rund 50 Bläsern gebildetes Orchester musikalisch begleitete, kamen alle Geschmäcker auf ihre Kosten. Auch an die Jüngsten war gedacht: Im benachbarten „Haus des Gastes“ feierten rund 150 Kinder einen eigenen Gottesdienst.

Die Emmaus-Erzählung war auch Thema im Kindergottesdienst, den 150 Kinder im Haus des Gastes feierten. (Foto: Isa Wabel /eöa)



Die Emmaus-Erzählung war auch Thema im Kindergottesdienst, den 150 Kinder im Haus des Gastes feierten. (Foto: Isa Wabel /eöa)

150 Kinder feierten parallel zum Eröffnungsgottesdienst nebenan Kindergottesdienst im Haus des Gastes. (Foto: Isa Wabel /eöa)



150 Kinder feierten parallel zum Eröffnungsgottesdienst nebenan Kindergottesdienst im Haus des Gastes. (Foto: Isa Wabel /eöa)



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Und hier finden Sie einen Audio-Mitschnitt des Gottesdiensts
(leider fehlt ein bisschen vom Anfang)

Viele Jugendliche waren beim Gottesdienst im Kirschenmarktzelt in vorderster Front mit dabei. Sie sangen und feierten begeistert mit. (Foto: Jonas Hüttermann)


Wie wir so wie die Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus zu „Hoffnungsmenschen des Glaubens“ werden können, thematisierte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung in seiner Predigt. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)

Wie wir so wie die Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus zu „Hoffnungsmenschen des Glaubens“ werden können, thematisierte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung in seiner Predigt. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Kirchenpräsident Dr. Volker Jung predigte im Gottesdienst über die Emmausjünger, die unterwegs Jesus treffen und ihn erst beim Abendmahl und dem Brotbrechen erkennen. „hoffentlich“ als Motto des DKT aufgreifend, sprach er darüber, wie die beiden zu „Hoffnungsmenschen des Glaubens“ wurden und was wir heute tun können, um ebenfalls Hoffnungsmenschen zu werden.

Die ejuBIG-Band gestaltete den Festgottesdienst zum Dekanatskirchentag gemeinsam mit dem Bläserchor musikalisch mit. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Die ejuBIG-Band gestaltete den Festgottesdienst zum Dekanatskirchentag gemeinsam mit dem Bläserchor musikalisch mit. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

Drei Hinweise dafür machte der hochrangige Gast in der biblischen Geschichte ausfindig. Der erste Hinweis: Miteinander reden. „Die beiden Jünger erzählen sich, was geschehen ist. Sie erzählen es sich und dann auch dem Fremden, auf den sie treffen“, erläuterte Jung: „Es ist so wichtig, miteinander zu reden, einander wirklich zuzuhören und auch mit Menschen zu reden, die einem zunächst fremd sind“, unterstrich er. Als zweiten Hinweis nannte er das Aufeinander-Hören, denn die beiden Männer hören auch auf das, was der scheinbar Fremde ihnen sagt. Als sie sich zusammensetzten und miteinander aßen – das sei der dritte Hinweis, so Jung – erkannten sie den Fremden als denjenigen, der mit ihnen Brot und Wein geteilt hatte.

Fabian Vogt sang begleitet von der ejuBIG-Band mit den mehr als 1000 Gottesdienstbesuchern im Eröffnungsgottesdienst zum ersten Mal seinen "hoffentlich"-Song. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)




Fabian Vogt sang begleitet von der ejuBIG-Band mit den rund 1400 Gottesdienstbesuchern im Eröffnungsgottesdienst zum ersten Mal seinen "hoffentlich"-Song. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

Es gab noch weitere Highlights in dem von der stellvertretenden Dekanin und dem Dekanatsjugendreferent Florian „Flo“ Burk moderierten Gottesdienst, den neben Dekan Friedrich auch andere Mitglieder des „Teams Dekanat BiG“ – „BiG“ steht für Biedenkopf-Gladenbach“ – mitgestalteten: So erlebten die Besucher die Live-Premiere des „hoffentlich“-Songs von Fabian Vogt, das der Theologe, Musiker, Autor und Kabarettist eigens für das Themenjahr und den Dekanatskirchentag komponiert und getextet hatte. „Die Zukunft ist ein Fest und sie wird gut“ heißt es im eingängigen Refrain, den alle schnell mitsangen und der auch in der Abschlussandacht noch einmal erklang.

Auf einer großen LED-Wand konnten auch die weiter hinten sitzenden Zuschauer sowohl das Geschehen auf der Bühne verfolgen als auch die Liedtexte ablesen. Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Auf einer großen LED-Wand konnten auch die weiter hinten sitzenden Zuschauer sowohl das Geschehen auf der Bühne verfolgen als auch die Liedtexte ablesen. Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Die für die Nothilfe in der Ukraine nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms erbetene Kollekte ergab 3.603,64 Euro. Hier finden Sie den Bericht von "Brot für die Welt" dazu.

Flo Burk und Christina Ronzheimer begleiteten als Moderations-Duo die Besucher nicht nur im Eröffnungsgottesdienst und in der Abschlussandacht, sondern übernahmen auch die Leitung der Podiumsdiskussion im Mittagsprogramm. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Flo Burk und Christina Ronzheimer begleiteten als Moderations-Duo die Besucher nicht nur im Eröffnungsgottesdienst und in der Abschlussandacht, sondern übernahmen auch die Leitung der Podiumsdiskussion im Mittagsprogramm. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

Bis es soweit war, konnten die aus den 47 Gemeinden aus dem ganzen Dekanat angereisten Besucher sich vier Stunden lang in ein abwechslungsreiches Mitmach- und Info-Programm in und rund um das Zelt, auf dem Schulhof, im "Haus des Gastes" und in der katholischen Kirche stürzen.

Gute Laune trotz der Hitze – kein Problem! Wahrscheinlich kam die junge Dame aus der „Church-Disco“ der ejuBIG (im Hintergrund) (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Gute Laune trotz der Hitze – kein Problem! Wahrscheinlich kam die junge Dame aus der „Church-Disco“ der ejuBIG (im Hintergrund) (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

Einzig die hochsommerlichen Temperaturen standen dem Vergnügen etwas im Weg. Doch da alle Stände mit Pavillons und viele zusätzlich mit Sonnenschirmen beschattet waren, ließ sich auch das gut aushalten.

Der Workshop des 150Ps-Gospelchores wurde kurzerhand neben das Zelt verlegt. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)



Der Workshop des 150Ps-Gospelchores wurde kurzerhand neben das Zelt verlegt. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

Ob die Podiumsdiskussion im Haus des Gastes nur wegen des aktuellen Themas "Hoffentlich wird´s – wenn Kirche sich verändert" und der hochkarätigen Gäste so gut besucht war sei dahingestellt – der Große Saal lockte auch wegen der dank Klimaanlage angenehmen Raumtemperatur weit über 200 Gäste an.

"Hoffentlich wird´s – wenn Kirche sich verändert": Was die hochkarätigen Gäste dazu zu sagen hatten, wollten mehr als 200 Besucher hören. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

"Hoffentlich wird´s – wenn Kirche sich verändert": Was die hochkarätigen Gäste dazu zu sagen hatten, wollten mehr als 200 Besucher hören. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

Dass es ohne Veränderungen für die Kirche nicht geht, darin waren sich EKHN-Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer, Pfarrer Fabian Vogt, Dekan Andreas Friedrich und die beiden Eckelshäuser Kirchenvorstände Catherine Debus-Donges und Maximilian Kraft als Gesprächsteilnehmer der Podiumsdiskussion weitgehend einig. Die ebenfalls von Christina Ronzheimer und Flo Burk ebenso unterhaltsam wie souverän moderierte Runde verlief denn auch trotz einiger kritischer Fragen aus dem Publikum weitestgehend harmonisch. „Gott wird nicht kleiner“, wenn die Kirche schrumpfe, beruhigte die Pröpstin und machte bewusst, dass in einer reformatorischen Kirche Veränderung unabdingbar in der DNA verankert sei. Man müsse Kirche neu zu denken wagen und auch etwas einfach mal ausprobieren, ermutigte Fabian Vogt. Auch der Kirchenpräsident wies auf die Chancen hin, gemeindliches Leben durch neue Konstellationen und im Miteinander neu zu füllen.

Es gebe schon eine „riesige Vielfalt und eine Fülle von Beispielen, die Hoffnung wecken“, betonte Dekan Andreas Friedrich und nannte als Beispiele gemeinsame Konfirmandenarbeit, die Besuchsdienste und die engagierten Kirchenvorstände. Für Eckelshausen konnten Catherine Debus-Donges und Maximilian Kraft das nur bestätigen – dort mache das große motivierte Team Hoffnung: „Und es gibt Tauffeste und Veranstaltungen wie den Dekanatskirchentag – so vieles macht Hoffnung!“, sagte Catherine Debus-Donges. Angesprochen auf Kirchensteuern, Verwaltungsreduzierung und den vielerorts anstehenden Gebäudeschließungen machte der Kirchenpräsident darauf aufmerksam, dass sich vieles von dem, was Kirche und Diakonie leiste, nicht nur durch Spenden finanzieren lasse.

Und bei einer reduzierten Verwaltungsebene stelle sich immer die Frage, wie leistungsfähig Kirche dann noch sein könne. Das solidarische Verteilsystem, das einen Ausgleich zwischen den Gemeinden schaffe, benötige einen gewissen Aufwand an Bürokratie, ergänzte Dekan Friedrich, der sich auch gegen den pauschalen Vergleich „Menschen oder Steine“ aussprach: „Wir brauchen Häuser als Räume zum Begegnen!“

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Räume zum Begegnen gab´s auch beim DKT zuhauf und nicht nur im "Haus des Gastes": In den vier Stunden Mittagsmosaik konnte man beim umfangreichen Mitmach- und Info-Programm in und rund um das Zelt, auf dem Schulhof und in der katholischen Kirche singen und musizieren, diskutieren, essen und naschen, spielen, tanzen, sich fotografieren und sich segnen lassen und über vieles schlau machen und beraten lassen– auf der großen „Diakoniemeile“ vor allem über sozialdiakonische Hilfsangebote. Welchen ökologischen Fußabdruck hinterlasse ich im Alltag? Wie kann ich plastikfreie Produkte wie Brause oder Körperlotion selbst herstellen? Wie geht Tauferinnerung? Zu welcher Musik tanzen die da in der Church-Disco der ejuBIG? Wie fühlt sich ein Barfußpfad an? Steht mir Second-Hand-Mode aus dem Kleiderladen? Kann ich einen Gospelsong lernen und singen? Und wie funktioniert ein Solarkocher?

Reißenden Absatz fanden Slush-Eis, Crepes und Waffeln am Stabnd der Freizeit- und Bildungsstätte des Dekanats – kein Wunder bei der motivierten Mannschaft hinter der Theke! (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Reißenden Absatz fanden Slush-Eis, Crepes und Waffeln am Stabnd der Freizeit- und Bildungsstätte des Dekanats – kein Wunder bei der motivierten Mannschaft hinter der Theke! (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


Mit mitreißender, gefühl- oder temperamentvoller Gospelmusik riss der 150 Ps-Gospelchor die Zuhörer beim Konzert im Festzelt von den Bänken. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa) (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)


„Und das alles ist Kirche!“, äußerte sich eine Besucherin des Mittagsmosaiks begeistert: „Da wird endlich mal deutlich, welche Vielfalt in Kirche steckt!“ Schließlich versammelten sich noch einmal gut 800 Menschen zur Abschlussandacht unter der Zeltplane, um gemeinsam Abendmahl und Abschied zu feiern: „Hoffnung to go!“, wie es Dekan Friedrich ausdrückte, der die Besucher mit Segens- und Dankesworten entließ. Dankbarkeit und Freude über den gelungenen Tag bestimmten auch die Gespräche der Leute: „Es tut einfach gut, so ein Wir-Gefühl, so eine Begeisterung erleben zu dürfen“, sagte ein Mann, der wie viele andere einen der kostenfrei zu nutzenden 15 Busse für den Rückweg in seine Gemeinde nutzte: „Und es ist schön, zu sehen, wie viele sich für Kirche interessieren und was sie alles zu bieten hat!“, freute er sich: „Das war eine richtig gute große Gemeinschaft und echtes Kirchentags-Feeling!“ (klk/eöa)





Der 150Ps-Gospelchor verbreitete ansteckende Begeisterung bei seinem Konzert im Zelt. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)
Mini-Pingpong am Stand des CVJM-Kreisverbands Biedenkopf. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)

















Mit mitreißender, gefühl- oder temperamentvoller Gospelmusik riss der 150 Ps-Gospelchor die Zuhörer beim Konzert im Festzelt von den Bänken. (Fotos: Jonas Hüttermann /eöa)



Mini-Pingpong am Stand des CVJM-Kreisverbands Biedenkopf. (Foto: Jonas Hüttermann /eöa)



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