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Stellungnahme des Gemeindekirchenrats zur Veröffentlichung der ForuM-Studie

# Gemeindekirchenrat

Veröffentlicht am Dienstag, 13. Februar 2024 10:53
© saif71-com, unsplash.com
Stellungnahme des Gemeindekirchenrats zur Veröffentlichung der ForuM-Studie

Stellungnahme des Gemeindekirchenrats der Ev. Kirchengemeinde Zum Guten Hirten , Berlin Friedenau zur Veröffentlichung der ForuM-Studie

Am 25. Januar 2024 hat der unabhängige Forschungsverbund „ForuM – Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“ die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit vorgestellt. (www.forum-studie.de)

Uns als Ev. Kirchengemeinde Zum Guten Hirten erschüttern und beschämen die Ergebnisse der Studie. Wir sind schockiert in welchem Ausmaß sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche real war und ist. Uns macht fassungslos, dass die Betroffenen nicht nur damals kein Gehör fanden, sondern auch heute erleben müssen, wie schwer sich unsere Kirche als Institution mit der Aufarbeitung tut.

Wir teilen die Einschätzungen unserer Landeskirche, dass die Studie erst den Anfang einer Zäsur markiert und der Beginn eines Wegs ist, von dem wir noch nicht wissen, ob und wie auch unsere Gemeinde davon betroffen sein könnte. Wir unterstützen deshalb alle Schritte, die das Leid der Betroffenen zu mindern helfen und ihnen Gerechtigkeit zuteilwerden lassen. Auch unsere Beiträge zur Aufarbeitung stehen erst am Anfang. Wir konzentrieren uns derzeit auf Aufklärung und Information unserer beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in allen Arbeitsbereichen. Dazu helfen uns die eingerichteten kreiskirchlichen Einrichtungen (https://www.ts-evangelisch.de/helfen/praevention) und die in unserer Landeskirche und im Kirchenkreis vereinbarten rechtlichen und praktischen Verfahrensregeln (https://www.ekbo.de/index.php?id=17875). Dass uns bisher keine Fälle oder Situationen in unserer Kirchengemeinde bekannt geworden sind, ist kein Grund zur Beruhigung, sondern zur Aufmerksamkeit und Solidarität mit den Betroffenen in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Deren „Gemeinsame Erklärung“ vom 6. Februar 2024 „Wir übernehmen Verantwortung“ (www.ekd.de/gemeinsame-erklarung-zur-forum-studie-82656.htm) verpflichtet auch uns.

In Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Kreissynode Tempelhof-Schöneberg sind wir im Augenblick dabei, ein Präventionskonzept für unsere Kirchengemeinde zu erarbeiten. Alle Mitarbeitenden unserer Gemeinde haben die Selbstverpflichtung des Verhaltenscodexes der Landeskirche „Hinschauen. Handeln. Vertrauen stärken.“ unterschrieben.

Wir schließen uns der Stellungnahme und den Forderungen der Konsistorialpräsidentin unserer Landeskirche, Dr. Viola Vogel, vom 25. Januar ausdrücklich an:

„Sexualisierte Gewalt im Vertrauensraum der evangelischen Kirche zu erleiden, ist in doppelter Hinsicht furchtbar: Zum einen zeichnen die Taten die Betroffenen für ihr Leben, machen ohnmächtig und sprachlos. Zum anderen stellen wir als Kirchenleitende mit Entsetzen fest, dass Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter auch in der evangelischen Kirche das besondere Vertrauen, das ihnen von Menschen entgegengebracht wurde, ausgenutzt und missbraucht haben. Gerade deshalb sind für uns auch nach der Forum-Studie die Anerkennung erlittenen Unrechts, das Hören der Betroffenen und die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in unserer Landeskirche prioritär. Dazu gehören auch die finanzielle Ausstattung mit Personalressourcen und der Aufbau entsprechender Fachexpertise. Es gilt: Wir nehmen jeden geäußerten Verdacht, jede Beschuldigung, jede Anzeige ernst und ermutigen die Betroffenen sehr: Bitte melden Sie sich und helfen uns bei der weiteren Aufarbeitung! Wir hören Ihnen zu“

Konkret bedeutet das: Sollten Sie in der Vergangenheit oder aktuell von sexualisierter Gewalt im Umfeld unserer Kirchengemeinde oder der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz betroffen sein oder einen Missbrauchsverdacht haben, wenden Sie sich bitte an folgende Personen oder Einrichtungen:

 

Landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit sexualisierter Gewalt

Marion Eckerland Telefon: +49 30 24344 423, Mobil: +49 151 65022267 E-Mail: m.eckerland@ekbo.de www.ekbo.de/wir/ansprechpersonen-bei-missbrauch-und-missbrauchsverdacht.html

 

Ansprechpartnerin für Betroffene von sexualisierter Gewalt der Landeskirche

Dr. Chris Lange (Unabhängige externe Beraterin) Telefon: +49 160 2043749, mittwochs 15 bis 17 Uhr und freitags 9 bis 11 Uhr E-Mail: vertrauensstelle-ekbo@posteo.de www.ekbo.de/wir/ansprechpersonen-bei-missbrauch-und-missbrauchsverdacht.html

 

Anerkennungskommission zur individuellen Aufarbeitung sexualisierter Gewalt Geschäftsstelle Manuela Pagano Telefon: +49 30 24344 316 / -535 E-Mail: m.pagano@ekbo.de www.ekbo.de/service/aktiv-gegen-sexualisierte-gewalt/anerkennungskommission.html

 

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Zentrale Anlaufstelle .help der EKD

www.anlaufstelle.help

 

Berlin Friedenau, 13. Februar 2024

Gemeindekirchenrat der Ev. Kirchengemeinde Zum Guten Hirten

Diese Stellungnahme geht allen beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in allen Arbeitsbereichen der Gemeinde zu und wird auf der Internetpräsenz der Gemeinde und im Gemeindebrief veröffentlicht. Der gesamte Text liegt bis auf weiteres in der Kirche aus. Teile davon werden in den Gottesdiensten am 18. und 25. Februar 2024 abgekündigt. 

Der Text steht zum Download hier zur Verfügung

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