"Mein Gottesdienst ist das Wirken als Christ im Leben"

# Emmaus: Gemeindezeit-Artikel

"Mein Gottesdienst ist das Wirken als Christ im Leben"

Gregor Klasen ist einer von rund 148.000 Katholiken in Düsseldorf. Wenn er seinen Glauben in einfachen Worten erklären soll, beschreibt Gregor die bedingungslose Liebe Gottes. 

„Wenn ich wach werde, ist Gott da und begrüßt mich mit dem Satz: ‚Lass uns heute etwas Gutes tun.‘ Wenn ich heute keine Lust dazu habe, ist er nicht böse auf mich, sondern am nächsten Morgen wieder da.“ Der 42-jährige Familienvater hat Theologie studiert. „Katholisch zu sein war immer schon Teil meiner Lebenswirklichkeit“, sagt er. Sein Werdegang liest sich entsprechend: Taufe, Kommunion, Messdiener, Firmung, Leiter in der Jugendarbeit und jetzt begleitet er die Firmkatecheten in seiner Heimatgemeinde. Die Jugendarbeit dort war für ihn sehr prägend: „Wir waren eine ziemlich vielfältige und kreative Truppe, bunt gemischt, mit ein paar eher unkonventionellen Leuten – nicht das, was man sonst mit katholisch verbindet.“ Für Gregor ist die katholische Kirche auch heute noch eine erhaltenswerte Organisation, die er mitgestalten möchte, auch wenn er mit jedem Skandal erneut hadere. „Der Hang zum reaktionären Verhalten, zum Abschotten und nicht mehr miteinander Reden ist in unserer Gesellschaft schon genug vertreten – das will ich nicht.“

In den Gottesdienst gehe er heute gar nicht so oft. „Mein Gottesdienst ist das Wirken als Christ im Leben.“ Damit meint er vor allem seinen Beruf als Religionslehrer: „Ich erlebe die Jugendlichen oft so ratlos. Sie spüren ihre Spiritualität, haben aber keine Antworten darauf. Da die Kirche sie nicht mehr erreicht, haben sie nur noch den Reliunterricht.“ Gleichzeitig sei er gerne Mitglied einer Weltkirche, die auch über Ländergrenzen funktioniert. Das Ritualisierte spiele für ihn eine große Rolle: „Es hilft mir, in der Masse zu verschwinden. Ich kann das manchmal mit Inhalt selbst füllen – es ist aber auch nicht schlimm, wenn ich das in dem Moment nicht mache.“

Mit Blick auf andere Religionen in Düsseldorf wünscht er sich, dass wir uns mehr fragen: „Was brauchen sie, damit sie ihren Glauben auch so selbstverständlich hier leben können wie wir?“ Als Beispiel nennt er, dass seine Schüler für ihre religiösen Feiertage einen freien Tag beantragen müssen. „Wir sollten mehr über die anderen wissen, um nachvollziehen zu können, was sie brauchen.“

Das Gespräch führte Jessica Voß

Die Katholische Kirche in Düsseldorf

Mit 32 Gemeinden ist das Stadtdekanat Düsseldorf das zweitgrößte Stadtdekanat im Erzbistum Köln und teilt sich in 15 Seelsorgebereiche bzw. sieben Pastorale Einheiten auf. Viele Dienste und Einrichtungen der katholischen Kirche in Düsseldorf stehen wie bei der evangelischen Kirche allen Menschen offen, unabhängig von ihrer Konfession oder Weltanschauung. Dazu gehören beispielsweise Beratungsstellen, Altenpflegeheime, Kindertagesstätten, Obdachlosenhilfe, Kleiderkammern, Kaufhaus Wertvoll, Mahlzeiten für Bedürftige, TelefonSeelsorge, Notfallseelsorge, Flughafenseelsorge oder Trauerbegleitung. Hinzu kommen Angebote für Senioren, Familien, Kinder und Jugendliche ebenso wie Kultur- und Bildungsangebote, wie die Katholischen öffentlichen Büchereien, das ASG-Bildungsforum und das Katholische Stadthaus Maxhaus. Das Maxhaus bietet ein umfangreiches öffentliches Programm aus Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen und Konzerten sowie ein Bistro im Klosterhof. Viele katholische Kirchen sind täglich für Besucher*innen geöffnet.

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