Mut und Kraft für den Neuanfang

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Mut und Kraft für den Neuanfang

Das café creativ gibt Wohnungslosen die Chance, Kraft und Mut für einen Neuanfang durch kreative Leistungen zu finden. Hier ist der Ort, um verschüttete Talente wiederzubeleben oder neue zu entdecken. Es wird gemalt mit Acryl Pouring, fotografiert und es werden mit Gießharz (Resin) Kunstwerke geschaffen.

Das durch Spenden finanzierte Projekt gibt ihnen die Chance, mit kreativen Leistungen neue Perspektiven zu erarbeiten. Das café creativ ist ein Projekt für die Besucherinnen und Besucher der drei Tagesstätten café pur, Shelter und Horizont. Materialien und technische Hilfsmittel werden allen Teilnehmern kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Im café creativ können sich Menschen - unabhängig von ihren kreativen Interessen - zwanglos begegnen, austauschen und unterstützen. Es ist ein Ort, der allen die Chance gibt, sich neu zu orientieren und auszuprobieren, verschüttete Talente wiederzubeleben oder neue zu entdecken.

Die Ausstellung im Kunstforum der Lutherkirche zeigt Arbeiten, die im café creativ entstanden sind, und will einen Dialog zwischen den Künstlerinnen, Künstlern und Betrachterinnen und Betrachtern der Kunstwerke anregen.

Die Ausstellung wurde am Freitag, dem 21. August 2026, um 19 Uhr wegen Stromausfall bei Kerzenschein im Foyer der Lutherkirche eröffnet und ist bis zum 13. Oktober zu sehen.

Die Eröffnung der Ausstellung „Kraft und Mut für den Neuanfang“ war eine ganz besondere: erst der Stromausfall, der nicht nur das Foyer der Lutherkirche ins Dunkel tauchte und dann bei der Wiederkehr des Lichts die durchdringende Alarmsirene – alles nicht schön! Aber danach: Der intensive Austausch der Besucherinnen und Besucher mit den Künstlerinnen und Künstlern. Oft stehen bei Vernissagen nicht die Kunstwerke und deren Urheber im Vordergrund, sondern das Plaudern miteinander. Hier ging es dagegen um die Kunstwerke, die einen ganz besonderen Wert für diejenigen darstellen, die sie geschaffen haben. Und dies haben auch alle Besuchenden direkt gespürt. Ein besonderer Abend im Kunstforum der Lutherkirche!

Hier einige Informationen zu den Künstler:innen und der Wirkung auf Frau Dr. Angelika Hille-Sandvoß.

ANDI

Die Bilder von Andi wirken sehr ruhig. Er arbeitet mit Grüntönen, die einen beinahe meditativen Charakter haben. Dies entsteht durch einen intensiven Malprozess, der immer wieder neu ansetzt. Beim Betrachten können auch wir zur Ruhe kommen.
© Foto: Reinhard Röseler / Künstler: Andi

H.-S.: „Die Bilder von Andi wirken sehr ruhig. Er arbeitet mit Grüntönen, die einen beinahe meditativen Charakter haben. Dies entsteht durch einen intensiven Malprozess, der immer wieder neu ansetzt. Beim Betrachten können auch wir zur Ruhe kommen.“

ANTONIO

Die Fotografien von Antonio zeigen sehr reizvolle Nachtszenen. Man muss schon genau hinsehen, um die Details dieser Großstadtansichten zu erkennen. Das eher spärliche Licht taucht alles in geheimnisvolles Dunkel.
© Foto: Reinhard Röseler / Künstler: Antonio

Antonio (45) ist Italiener, war 20 Jahre professioneller Magier, Artdirector und hat Creativfestivals organisiert. Er kam 2019 nach Düsseldorf. Corona hat ihn aus der der Bahn geworfen. Seitdem schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch, fotografiert gern, dokumentiert Graffitiaktionen und restauriert alte Fahrräder.

H.-S.: „Die Fotografien von Antonio zeigen sehr reizvolle Nachtszenen. Man muss schon genau hinsehen, um die Details dieser Großstadtansichten zu erkennen. Das eher spärliche Licht taucht alles in geheimnisvolles Dunkel.“

BIRGIT

Auf Birgits abstrakten Bildern dominieren Kreise, werden die Grüntöne in einen reizvollen Kontrast zu den roten Drehbewegungen gesetzt. Den weichen Formen scheinen die bewusst unperfekten Kreise zu antworten.
© Foto: Reinhard Röselerin / Künstler: Brigitte

In der Tagesstätte Café pur habe ich von dem Kunstprojekt erfahren.
„Ich wollte schon immer mich künstlerisch betätigen, es war mein Lebenstraum! Das Café Creativ ist ein riesiges Geschenk für Menschen in meiner Lebenssituation und eine einmalige Chance, dass dieser Traum in Erfüllung gehen kann.“

H.-S.: „Auf Birgits abstrakten Bildern dominieren Kreise, werden die Grüntöne in einen reizvollen Kontrast zu den roten Drehbewegungen gesetzt. Den weichen Formen scheinen die bewusst unperfekten Kreise zu antworten.“

FATIMA

Fatima arbeitet eher mit gedeckten Farben. Sie bringt neben abstrakten Partien auch Gegenständliches in ihre Bilder. Wir können Blumen und einen Vogel erkennen, der ein starkes Symbol für Aufbruch und Hoffnung in schwierigen Zeiten sein kann.
© Foto: Reinhard Röseler / Künstlerin: Fatima

Seit drei Jahren ist Fatimah, 1970 geboren im warmen Marokko und ehemalige Altenpflegehelferin mit viel Liebe und Engagement im Projekt dabei. Sie arbeitet ebenfalls mit Acrylic Pouring und der Resin-Technik. Sie sehnt sich nach Frieden und Freiheit und drückt das nun mit dem freien Fluß ihrer intensiven Farbwahl aus. Ihre marokkanische Herkunft und Kultur fließen mit den erdverbundenen Farben in ihre Bilder ein. Immer wieder tauchen neben vielen fließenden Rottönen auch Federn auf der Leinwand auf, wie in dem Bild „Feuerfeder“. Begeistert erzählt sie: „Mit Federn habe ich damals als Kind zu Hause gespielt“.

H.-S.: „Fatima arbeitet eher mit gedeckten Farben. Sie bringt neben abstrakten Partien auch Gegenständliches in ihre Bilder. Wir können Blumen und einen Vogel erkennen, der ein starkes Symbol für Aufbruch und Hoffnung in schwierigen Zeiten sein kann.“

GERDA

Gerda malt abstrakt und man spürt ihren Bildern die Freude am Umgang mit der Farbe nachgerade an. Der Betrachter, die Betrachterin kann sich sehr gut eine eigene Vorstellung von der Intensität machen, mit der Gerda gearbeitet hat.
© Foto: Reinhard Röseler / Künstlerin: Gerda

Die von Nonnen erzogene und nun seit siebzig Jahren in Düsseldorf lebende Gerda sagt: „Ich muß immer in Bewegung bleiben, um nicht einzurosten und Farbe kann ich einfach nicht wegkippen.“ Diese Bewegung drückt sich auch in ihren Bildern aus, wo alles fließt. Seit 2019 hat sie zahlreiche kleine und große Leinwände, anfänglich mit Muscheln und Kastanien beklebt und mit Acrylfarbe übergossen, um nun mit der ganzen Farbpalette zu experimentieren. In der Aktion mit Acrylic Pouring und der Resin-Technik blendet sie die Welt um sich herum aus und läßt die Farben ineinanderfließen. Alles Unikate und nicht wiederholbar.

H.-S.: „Gerda malt abstrakt und man spürt ihren Bildern die Freude am Umgang mit der Farbe nachgerade an. Der Betrachter, die Betrachterin kann sich sehr gut eine eigene Vorstellung von der Intensität machen, mit der Gerda gearbeitet hat.“

MALGOSIA

Die Bilder von Malgiosia stellen einen reizvollen Kontrast zu manch kühl wirkenden Bildern dar: Hier scheint die Farbe nahezu zu explodieren. Neben der hellen Farbigkeit sind aber auch dunkle Bilder zu sehen, die einen förmlich in das Bild hineinziehen.
© Foto: Reinhard Röseler / Künstlerin: Malgosia

Die 1953 in Posen geborene Malgosia hat nach 35jähriger juristischer Tätigkeit ihre Heimat in Düsseldorf gefunden. Spontan erzählt sie: „Gern wäre ich mal mit Schlittenhunden durch tiefen Schnee gerast oder hätte gern ein Kinderheim gegründet!“

Als sie vor einem halben Jahr eingeladen wurde, am Projekt „cafe creativ" mitzuwirken, begann sie ihre eigenen Fotografien u.a. zu Collagen zu verarbeiten. Die gleichmäßig geschnittenen Fotostreifen werden bei ihr durch die Verdoppelung zu regelrechten Vexierbildern, durch die sich eine verschobene, verrätselte neue Dimension der Welt auftut. Blumen explodieren zu strahlenden Sternen und schaffen immer wieder neue Ansichten.

H.-S.: „Die Bilder von Malgiosia stellen einen reizvollen Kontrast zu manch kühl wirkenden Bildern dar: Hier scheint die Farbe nahezu zu explodieren. Neben der hellen Farbigkeit sind aber auch dunkle Bilder zu sehen, die einen förmlich in das Bild hineinziehen.“

MARCEL

Marcel malt gegenständlich, setzt auf stimmige Perspektiven. Der überdimensionierte Mann im Hintergrund, der auf eine nackte Frau blickt, die uns den Rücken zukehrt. Wir erkennen auch Zitate aus der Kunstgeschichte, so Don Quichotte, den Ritter von der tr
© Foto: Reinhard Röseler / Künstler: Marcel

Marcel erzählt Geschichten, nicht mit Worten, sondern mit Pinsel und Leinwand. Er ist zur Zeit  Gast im Atelier vom Café Creativ. Marcel ist Architekt und kam mit Mitte 30 aus dem Iran nach Deutschland. Als Autodidakt finanziert er seitdem mit Kunst sein Leben und konnte damit auch seine Familie gut ernähren.

H.-S.: „Marcel malt gegenständlich, setzt auf stimmige Perspektiven. Der überdimensionierte Mann im Hintergrund, der auf eine nackte Frau blickt, die uns den Rücken zukehrt. Wir erkennen auch Zitate aus der Kunstgeschichte, so Don Quichotte, den Ritter von der traurigen Gestalt.“

ROBERTO

Roberto ist hier mit Fotografien vertreten: einerseits faszinieren ihn Motive aus der Natur, andererseits kühl wirkende Stadtansichten. Er experimentiert dabei geschickt mit den Möglichkeiten der digitalen Fotografie.
© Foto: Reinhard Röseler / Künstler: Roberto

Der ehemalige Karosseriebauer, Roberto ist seit 2 Jahren im „cafe creativ" intensiv in der Fotogruppe dabei, die von Reinhard Röseler ehrenamtlich geleitet wird. Als begeisterter Elektro-Musiker arbeitet Roberto gern mit Effekten, die er in seine Fotografie geschickt mit einfließen läßt. Das zeigt er in seinen zahlreichen, effektvollen Blumenbildern und den Architekturmotiven, die er besonders im Düsseldorfer Hafen findet. Beim Arbeiten mit Resin werden Tische mit CD-Splittern und Alltagsgegenstände durch Upcycling zu interessanten neuen Objekten generiert. Trotz schwindender Illusionen träumt er schon lange, mal wieder nach Luxor in Ägypten reisen zu können.

H.-S.: „Roberto ist hier mit Fotografien vertreten: einerseits faszinieren ihn Motive aus der Natur, andererseits kühl wirkende Stadtansichten. Er experimentiert dabei geschickt mit den Möglichkeiten der digitalen Fotografie.“

TANI

Roberto ist hier mit Fotografien vertreten: einerseits faszinieren ihn Motive aus der Natur, andererseits kühl wirkende Stadtansichten. Er experimentiert dabei geschickt mit den Möglichkeiten der digitalen Fotografie.
© Foto: Reinhard Röseler / Künstlerin: Tani

Helga hat Tani auf das Café Creativ aufmerksam gemacht. „Es bringt mir sehr viel Spaß, mich hier künstlerisch zu betätigen. Durch das Malen kann ich meine Gefühle ausdrücken, sie kommen vom Herzen, und ich vergesse meine Sorgen.“

H.-S.: „Kraftvoll und sehr farbig sind die Bilder von Tani. Sie scheint ihr Temperament in intensivem Umgang mit dem Material auszuleben. Dabei fällt auf, dass die Farben um ein Zentrum angeordnet und nicht wahllos auf dem Bild verteilt sind.“

Mehr Informationen zum Projekt: cafecreativ-duesseldorf.de

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