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Zeichen

# ABC des Glaubens

Veröffentlicht am Freitag, 19. Juli 2019 06:55 Uhr
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Zeichen

Verkehrsschild, Wegweiser, Namensschild an der Wohnungstür – so etwas fällt uns als Beispiel ein, wenn wir an „Zeichen“ denken. Im Fall von VerkehrsZeichen oder auch Kfz-KennZeichen hat das Wort Eingang in unsere Begriffswelt gefunden.

Ein Zeichen be-„zeichnet“ etwas, ohne mit ihm identisch zu sein zu müssen. Ein Zeichen kennzeichnet, fordert Aufmerksamkeit, orientiert.

Das deutsche Wort „Zeichen“ bedeutet nach seinen sprachgeschichtlichen Wurzeln so etwas wie „Sternbild“, auch „Wunderzeichen“ und weist damit auf seine uralte Bedeutung als irdische Erscheinung einer göttlichen Macht hin. Dieser Zusammenhang findet sich in der Redensart wieder: „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“.

Das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. So heißt es in der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangelisten. Hier also Merkmal und Erkennungszeichen.

Das Johannesevangelium erzählt im 2. Kapitel von der Hochzeit zu Kana und schließt die Geschichte von der Verwandlung von Wasser in Wein nach der Übersetzung Martin Luthers mit den Worten: Dies ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Die Funktion eines Zeichens als Mittel der Kommunikation ist hier gut zu erkennen: Jesus offenbart seine „Herrlichkeit“ im Tun.

Ein vergleichbares Geschehen kann auch ein sprachliches Geschehen sein. Die Sprache ist ja ein komplexes System von Zeichen.

Wenn wir „ein Zeichen setzen“, dann meinen wir, dass wir etwas zum Ausdruck bringen wollen, dass etwa ein Ort eine bestimmte Bedeutung hat: so weist z.B. ein Stein auf eine Begräbnisstätte, ein Kreuz auf einen gottesdienstlichen Raum. Oder wir geben einem bestimmten Geschehen eine besondere Bedeutung wie im Fall einer feierlichen Vertragsunterzeichnung.

Wichtige christliche Zeichen sind z.B. das Kreuz, das die Botschaft sowohl von Tod als auch von Auferstehung trägt, der Stern von Bethlehem, der für die Menschwerdung Gottes oder der Kelch, der insbesondere nach evangelischem Verständnis für Abendmahl und Vergebung steht.

Pfarrer i. R. Ulrich Helm


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