Bereit für das Abenteuer Mitmensch

# Neuigkeiten

Bereit für das Abenteuer Mitmensch

„Daumen hoch“: Für die frischgebackenen Absolventen der Besuchsdienstschulung war das nicht nur ein Zeichen ihrer guten Laune, sondern auch eine frisch gelernte Selbstfürsorgetechnik. Nach der erfolgreichen Teilnahme an der fünfteiligen Schulung sind sie jetzt bereit für ihren Dienst in den Kur- und Akutkliniken des Ev. Kirchenkreises Vlotho, in den Gemeindebesuchsdiensten und im Team der Zeitgefährten der Arbeitsstelle „Seelsorge im Alter“. Auf sie wartet ein Ehrenamt, das viel fordert, aber noch mehr zurückgibt.

Karin Tasche, verantwortlich für die „Seelsorge im Alter“ im Kirchenkreis, freut sich mit ihren Mitstreiterinnen und den Referentinnen und Referenten über die gut besuchte und produktive Schulung. In fünf Ausbildungsblöcken hatten die fünfzehn Teilnehmer im Gemeindehaus Hausberge das Handwerkszeug der Ehrenamtlichen im Besuchsdienst gelernt. Jede Einheit widmete sich einzelnen Fragen, von den Grundlagen wie „Besuchen und besucht werden“ oder „Was trägt zu einem guten Gespräch bei?“ bis zu anspruchsvolleren Inhalten wie dem Umgang mit demenziell veränderten Menschen oder der richtigen Haltung im Angesicht von Traurigkeit und Ängsten. 

Das Ehrenamt im Besuchsdienst kann herausfordernd sein. Die Ehrenamtlichen bereiten sich auf eine Arbeit mit Menschen vor, die Ausnahmesituationen erleben oder denen niemand anderes zur Seite steht. Viel von ihrer Arbeit geschieht im Stillen. Es sind kleine Besorgungen oder ein kurzer Wortwechsel mit den Menschen, die sie besuchen. Aber ihnen begegnen auch Erlebnisse, die sie verarbeiten müssen. Als Krankenhausseelsorgerin am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen kennt Pfarrerin Gesina Prothmann die Realität der Arbeit: „In der Schulung wappnen wir daher die Ehrenamtlichen dafür, dass sie aushalten können, worüber gesprochen wird.“ 

Aus diesem Grund galt eine Schulungseinheit auch ganz der Frage „Was macht mich stark?“ Scheinbar einfache Übungen wurden dafür trainiert, die jedoch eine große Wirkung im Alltag haben können. So auch das „Daumen hoch“: Diese kleine Bewegung mit einem der kleinsten Körperteile hat einen spürbaren Effekt: „Das führt gleich zu mehr Zuversicht“, erklärt Karin Tasche, „und meistens zu einem Lächeln“. Mit solchen und anderen Entspannungs- und Selbstfürsorgetechniken und ganz viel neuen Einsichten und Wissen ausgerüstet sind die Teilnehmenden gut vorbereitet für ihr neues Ehrenamt.

Ehrenamt ist weiblich: Auch in Westfalen sind mehr als zwei Drittel aller ehrenamtlich Engagierten in Kirche und Gemeinden weiblich. Ähnlich sieht es auch unter den Ehrenamtlichen im Besuchsdienst aus, aber immer mehr Männer begeistern sich für die Arbeit. Die Organisatorinnen der Schulung freuten sich daher auch dieses Mal wieder, dass unter den Absolventen der Besuchsdienstschulung wieder neue männliche Kollegen vertreten sind.

Die nächste Basisschulung ist bereits in Vorbereitung und soll im Herbst die nächste Gruppe Ehrenamtlicher auf die Arbeit im Besuchsdienst vorbereiten. Karin Tasche hofft, dass sich auch für diesen Durchgang wieder viele - weibliche und männliche - Interessenten finden, die die wichtige Aufgabe im Dienst an ihren Mitmenschen übernehmen möchten.

Das sind die neuen Absolventen der Besuchsdienstschulung: 

Arina Sukkau, Theresia Mertens-Kütemeier, Ingrid Wrachtrup, Melanie Kracht, Sylke Reinecke, Heike Jürgensmeyer, Barbara Kreft, Philip Kraska, Claudia Schüngel, Angelika Sommer, Hartmut Wagner, Elena Sukkau, Gunnar Nottmeier, Jutta Bettray und Ulrike Tasche-Hopf.

Dies könnte Sie auch interessieren