Die Welt ein bisschen heller machen - Friedensband schmückt Kirchen im Lahntal

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Die Welt ein bisschen heller machen - Friedensband schmückt Kirchen im Lahntal

Gut drei Jahre Friedensgebete seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine und immer weniger Menschen, die teilnehmen – da hatte man im Lahntal eine Idee: Wir knüpfen ein Band des Friedens. Ganz handfest und handwerklich. Als ökumenische Aktion, als Zeichen der Verbundenheit, als Symbol der Vielfalt der Menschen in den Gemeinden. Im Juni wurde es in einem ökumenischen Gottesdienst in Hassenhausen erstmals präsentiert und seitdem ist es auf Wanderschaft durch die Gotteshäuser der Region.

Das leise Klappern von Strick- und Häkelnadeln? In einem Gottesdienst eher ungewöhnlich. Aber: „Ein Korb mit Wolle und Nadeln stand in der Kirche und zwischendurch stand immer mal jemand auf und hat sich etwas zum Stricken geholt“, erzählt Sabine Klatt, Prädikantin in der evangelischen Gemeinde Fronhausen-Hassenhausen. Bei einem Treffen kamen sie und Gertrud Wenz von der EFG (Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde) zusammen mit Pfarrer Alexander Donges und Pastor Lars Schwesinger auf die Idee, noch etwas anderes als die üblichen Gebetsanliegen in die Friedensgebete einfließen zu lassen, die nach wie vor jede Woche in den Kirchen der Gemeinde stattfinden.

Inspiriert vom Stichwort „Friedensband“ zum Weltgebetstag des vergangenen Jahres dachten sie sich: Warum nicht einfach selbst eines knüpfen? Ein passendes Bibelzitat gibt es natürlich auch, nämlich im Epheserbrief: „Setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die Gottes Geist euch geschenkt hat; sein Frieden ist das Band, das euch zusammenhält“, heißt es dort. Also folgte der Aufruf in die Gemeinden hinein: Strikt und häkelt, was das Zeug hält. Und aus sehr, sehr vielen Quadraten im Maß von 20 auf 20 Zentimetern entstand ein Band, das am Ende über 40 Meter lang wurde.

„Damit möchten wir ein Zeichen für Hoffnung und Solidarität setzen und die Welt ein wenig heller machen“, erklärt Sabine Klatt. Und auch ein Zeichen, ein sichtbares, für die Vielfalt der Gebetsanliegen. Das Thema Frieden in der Ukraine beschäftigt die Menschen weiter, ebenso wie der Friede an anderen Orten der Welt, im eigenen Land, in der eigenen kleinen Welt oder Familie. Am 1. Juni wurde das Band in einem ökumenischen Gottesdienst mit „Compassion“ in der EFG feierlich entrollt und danach ging es zunächst in die Kirche nach Bellnhausen.

Seitdem ist es auf Wanderschaft. Aktuell können Besucherinnen und Besucher der Kirche Fronhausen das Friedensband bewundern, am 1. August geht es nach Sichertshausen und dann weiter nach Hassenhausen, in die Chrischona-Gemeinde Bellnhausen und zum Schluss zurück in die EFG, wo gewissermaßen alles seinen Anfang nahm. Und mit der Fertigstellung des Bandes an sich ist das Miteinander an diesem Projekt noch lange nicht beendet: In der Kirche, in der das Band jeweils gerade zu sehen ist, steht auch eine Box, liegen Zettel und Stift parat. Damit Menschen ihre ganz persönlichen Gebetsanliegen aufschreiben können, die dann sowohl in die Friedensgebete jeden Mittwoch wie auch die Sonntagsgottesdienste aufgenommen werden.

„Wir wollen Menschen einladen, miteinander in Verbindung zu treten“, sagen Sabine Klatt und Gertrud Wenz. Teil der Gemeinschaft im Zeichen des Friedens sind nicht nur die Menschen, die am Friedenband mitgearbeitet haben. Sondern auch die, die einen Zettel in die Box werfen, die in Gedanken mit dabei sind oder die zu den Friedensgebeten kommen. Dazu besteht weiterhin jeden Mittwoch die Gelegenheit, aktuell immer um 19:30 Uhr, ab September um 19 Uhr – abwechselnd in der EFG Hassenhausen und in den Kirchen Bellnhausen, Fronhausen und Sichertshausen.

 

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