Kirchenkreis Lennep auf der Landessynode: aktiv in Beratung und Entscheidung

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Kirchenkreis Lennep auf der Landessynode: aktiv in Beratung und Entscheidung

Der Kirchenkreis Lennep ist auf der aktuell tagenden 80. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in Bonn mit vier Synodalen vertreten. Sie bringen theologische wie nicht-theologische Perspektiven ein und arbeiten aktiv in den Beratungen mit.

Als theologische Delegierte sind unsere Superintendentin Pfarrerin Annette Cersovsky und Assessor Pfarrer David Kannemann mit dabei, als nicht-theologische Delegierte Julia Schallbruch sowie Christian Schoppe.

Die Lenneper Synodalen wirken in drei Tagungsausschüssen mit. Ein zentraler Schwerpunkt ist die Finanzstrategie der Landeskirche. In den Diskussionen wird deutlich: Hinter Sparmaßnahmen stehen grundlegende Fragen nach Prioritäten, kirchlichem Selbstverständnis und dem gezielten Einsatz knapper werdender Mittel – Fragen, die auch den Kirchenkreis Lennep derzeit beschäftigen.


80. Landessynode der Rheinischen Landeskirche 2026 – Entscheidungen und Debatten

Vom 16. bis 20. Januar 2026 tagt die 80. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) im Maritim Hotel in Bonn. Als oberstes Leitungsgremium beraten und entscheiden Synodale aus 34 Kirchenkreisen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland über Haushalt, kirchliche Ausrichtung und theologische Fragen.

Schwerpunkt: Finanzstrategie für die Kirche der Zukunft

Ein zentrales Thema ist die Finanzstrategie zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Kirche. Die Kirchenleitung hat einen Maßnahmenkatalog mit Netto-Einsparungen von rund 31,8 Millionen Euro bis 2030 vorgelegt. Hintergrund sind sinkende Mitgliederzahlen und steigende Kosten – allein im vergangenen Jahr verlor verlor die EKiR nach vorläufigen Zahlen rund 68.500 Mitglieder.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören:

  • die Umstellung der Finanzierung evangelischer Schulen auf freiwillige Elternbeiträge ab 2027/28,
  • die Überprüfung landeskirchlicher Wohnheime und Trägerschaften,
  • die Reduzierung von Zuschüssen an kirchliche Werke und Fonds.

Ziel ist es, die rheinische Kirche langfristig handlungsfähig zu halten und unabhängiger von der Kirchensteuer zu werden.

Finanzbericht und weitere Beschlüsse

Der Finanzbericht weist für 2025 ein Plus von 7,7 % bei den Kirchensteuereinnahmen auf (rund 802 Mio. Euro). Die Kirchenleitung ordnet dies jedoch als Einmaleffekte ein.

Beschlossen wurde zudem die Einrichtung einer Meldestelle für Rassismus. In einem Grußwort unterstrich Anna Tenga Mzinga die Bedeutung der Ökumene für die rheinische Kirche.


Eindrücke aus Bonn – Liveticker von Superintendentin Annette Cersovsky

Unsere Superintendentin Annette Cersovsky berichtet täglich von der Synode. Ein Auszug aus ihren Originaltexten:

Bonn, 16.01.2026: Auftakt der Landessynode - fünf Tage Beratungen, Entscheidungen und viele Gespräche mit Menschen aus allen Teilen der rheinischen Landeskirche.

Wir Lenneper Synodale sind in drei Tagungsausschüssen vertreten und diskutieren neben vielen anderen Themen vor allem die vorgeschlagene Finanzstrategie der Landeskirche. Hinter der notwendigen Sparmaßnahme blitzt immer wieder die Frage auf, wie wir zukünftig Kirche sein wollen und was uns so wichtig ist, dass wir geringe werdende Finanzmittel genau dafür einsetzen. Also ein Prozess, dem wir uns auch im Kirchenkreis gerade stellen.

Bonn, 17.01.2026: Heute gab es ein berührendes Grußwort von der Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger. Sie stellte heraus, wo Politik sich auf Kirche (und umgekehrt) verlassen kann und verwies auf gemeinsame Werte. 

Sie erinnerte an ein Zitat von Elon Musk: „Die grundlegende Schwäche der westlichen Zivilisation ist Empathie.“ Dem stellte sie ein Wort von Hannah Arendt gegenüber: „Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in die Barbarei verfällt.“ Politik und Kirche haben die Aufgabe, hier die Kompassnadel auf Kurs zu halten.


Bonn, 18.01.2026: Gemeinsam Gottesdienst gefeiert – Mose und der nicht verbrennende Dornbusch. In kleinen Austauschgruppen wurden Geschichte und Gegenwart der Kirche miteinander ins Gespräch gebracht. Einige Impulse nehmen wir mit nach Lennep.

Natürlich waren auch die Kirchenleitung (Vizepräses Antje Menn) und der Kirchenkreis Leverkusen (Superintendent Pfarrer Bernd-Ekkehart Scholten (l.) zusammen mit unserem Assessor Pfarrer David Kannemann beim Gottesdienst dabei. 


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