
Andacht im Juli 2026 zum Psalm 139
Gott, du erforschest mich und kennest mich. Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleib.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.
Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war; und alle Tage waren in dein Buch geschrieben…
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege.
Unlängst habe ich meine liebe Schwiegermutter im Altenheim besucht. Wir verstehen uns sehr gut, wenn auch ihre Demenz fortschreitet, so sind doch viele gute Momente mit ihr möglich. Sie hat immer sehr viel Wert auf die Pflege ihres Gesichtes gelegt und freut sich, auch mit ihren 89 Jahren, wenn ich ihr eine Antifaltencreme mitbringe. Ich überreiche sie ihr und bemerke, dass sie ein wunderschönes Gesicht hat. Sie freut sich und sie sagt: „ Du hast immer so schöne Augen.“ „ Und mir gefallen deine Hände, die drücken soviel Wärme aus.“, sage ich. Dann geht es eine Weile so hin und her, bis wir beide lachen müssen, weil wir uns ein bisschen wie Teenager fühlen. Doch ich merke, das war kein leeres Geschwätz und auch kein Austausch von höflichen Komplimenten. Wir haben gegenseitig unsere „schönen“ Seiten bewundert und hatten unsere Freude daran.
Interessant war auch, wir beide konnten es gut aushalten. Wie oft habe ich mich schon geniert, wenn ich ein Kompliment bekommen habe. Habe es abgewehrt oder das Lob heruntergespielt, denn man möchte ja nicht eitel erscheinen. „Sei wie ein Veilchen im Moose, bescheiden und rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.“ Das wurde mir und besonders uns als Frauen beigebracht.
Stolz auf sich zu sein, das gehört sich doch nicht. Schon gar nicht in Bezug auf das eigene Aussehen. Und wie ist es heute? Probieren wir es doch heute einmal aus:
Was ist schön an uns? Versuchen wir doch unser Licht nicht unter einen Scheffel zu stellen. Jede von uns kann etwas Schönes an sich entdecken, interessante Hände oder eine Haut, die man gerne berührt, ansprechende Augen und ein wohltuendes Lächeln. Machen wir uns doch unsere Begabungen und Fähigkeiten bewusst und unsere guten Charaktereigenschaften. Erkennen wir doch unsere Stärken!
Warum? Warum ist das so wichtig, sie zu erkennen?
Weil wir dann erkennen, wie wunderbar uns Gott gemacht hat. Jede von uns ist etwas Besonderes, einmalig und wunderbar.
Wie drückt der Beter aus Psalm 139 das aus:
„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.“
Wir sind und bleiben Wunder Gottes. Wir müssen es nur noch glauben. Und das ist so eine großartige Aussage, dass mein Herz übergeht und ich Gott loben und preisen muss.
Guter Gott, du bist ein wunderbarer Gott. Wie wunderbar du bist, können wir an deiner Schöpfung und an deiner Zuwendung zu uns erkennen. Wie schön hast du diese Welt gemacht und alles, was auf ihr lebt. Manchmal stockt uns der Atem, so schön sind deine Werke.
Auch uns Menschen hast du mit Liebe erschaffen. Auch wir gehören zu deinen Wundern. Lass uns das nicht vergessen.

Manchmal zweifeln wir daran, wenn es uns nicht gut geht, wenn unsere Kräfte nachlassen, wenn Schmerzen uns plagen. Hilf uns, guter Gott, damit fertig zu werden. Hilf uns, die schönen Seiten des Lebens nicht aus dem Blick zu verlieren. Und wenn wir im Spiegel unsere altgewordenen Gesichter sehen, dann lass uns Dankbarkeit und Freude empfinden. Wunderbar sind auch Menschen aus anderen Völkern und Kulturen gemacht. Lass uns einander mit Ehrfurcht begegnen .
Wunderbar bist du. Gott, weil du für uns sorgst heute und alle Zeit, darauf vertrauen wir.
Ich wünsche Ihnen und euch allen mit diesen Gedanken zu Psalm 139 einen wunderschönen Sommer und verbleibe mit herzlichen Grüßen
Antje Baumgartner, Vorsitzende der EFA in OÖ