
Liebe Frauen!
Seid herzlich gegrüßt mit dem Monatsspruch für den September von den
Evangelischen Frauen in OÖ!

Kohelet (Prediger) 4,6 (Bibel in gerechter Sprache):
Es ist gut, nur eine Hand voll zu haben, aber in Ruhe zu leben – besser als alle Hände voll Mühe zu haben und dabei dem Wind hinterherzujagen.
Dieser Satz aus dem Predigerbuch klingt, als wäre er gestern geschrieben worden.
Wir leben in einer Zeit voller Termine, voller Projekte, voller To-do-Listen. Viele von uns kennen es: Der Kalender ist voll, das E-Mail-Postfach sowieso, das Handy meldet sich ständig. Und mitten hinein spricht Kohelet: „Besser eine Hand voll Ruhe…“
Kohelet malt ein Bild: Da ist die offene Hand. Sie hält etwas – eine „Hand voll“: genug, aber nicht alles. Diese Hand ist nicht leer, sie ist nicht einfach faul. Sie arbeitet, sie trägt Verantwortung – aber sie ist nicht verkrampft. Sie kann loslassen. Sie kann empfangen.
Und dann malt Kohelet das Gegenbild: beide Fäuste voll Mühe; Man kann sich das gut vorstellen: Fäuste, die fest zupacken, die nichts mehr loslassen wollen. Beide Hände voll. Voll Arbeit, voll Aufgaben, voll Sorgen, voll Plänen. Kein Platz mehr für Ruhe. Kein Platz mehr für ein „Genug“.
Ruhe – das ist in der Bibel mehr als nur „mal nichts tun“. Ruhe ist: loslassen dürfen. Ruhe ist:
nicht alles im Griff haben müssen. Ruhe ist: wissen, dass Gott die Welt trägt – auch ohne meine dauernde Aktivität.
In den Geboten sagt Gott: „Denke an den Sabbat, er sei dir heilig.“ Das ist nicht nur eine fromme Pflicht, das ist auch ein Schutz: Gott will nicht, dass wir uns aufreiben. Er sagt: Du bist mehr als deine Leistung. Dein Wert hängt nicht daran, wie viel du schaffst. Du darfst ruhen, weil ich Gott bin – und nicht du.
Kohelet lädt dich ein zu einer ehrlichen Frage: Wo brauchst du „eine Hand voll Ruhe“? Wo darfst du etwas aus deiner Hand legen – ohne schlechtes Gewissen? Wo darfst du Gottes „Genug“ hören?
Vielleicht ist das heute dein Schritt: dass du innerlich – vielleicht sogar äußerlich – deine
Hände öffnest und Gott sagst: „Herr, du weißt, was ich alles trage. Hilf mir, das Nötige zu tun
– und das Überflüssige loszulassen. Gib mir eine Hand voll Ruhe.“
Besser eine Hand voll Ruhe – besser ein Leben mit Raum für Atem, für Gebet, für Beziehungen, für Vertrauen – als beide Fäuste voll Mühe und am Ende leer vor Gott und vor sich selbst zu stehen.
Segen: Gott segne dich mit einer Hand voll Ruhe.
Gott löse deine Fäuste, in denen so viel Mühe, so viel Verantwortung, so viel Sorge liegt.
Gott schenke dir offene Hände, die nicht alles festhalten müssen, die loslassen können, was dich überfordert.
Gott segne deine Arbeit und begrenze deine Last. Er gebe dir Menschen, die mittragen, und Mut, „Nein“ zu sagen, wo es genug ist.
Gott schenke dir Zeiten, in denen du nichts leisten musst, sondern einfach sein darfst: als seine geliebte Tochter.
Gott lasse dich spüren, dass dein Wert nicht von deinem Tun kommt, sondern von seiner Liebe zu dir.
So segne dich der Gott des Sabbats, der Gott der Ruhe, der Vater und die Mutter aller, die sich mühen.
Er bewahre deine Seele, stärke deinen Körper und erfülle dein Herz mit Frieden. Amen.
Zum Start in den Herbst wünsche ich Euch Mut und Ausdauer, begonnene Dinge zu vollenden, aber auch Gelassenheit, Unvollendetes zu akzeptieren. Bleibt unter Gottes Segen behütet!
Mit lieben Grüßen,
Christa Bukovics
Stv. Vorsitzende der EF in OÖ