
Ein fehlender Eintrag im Stammbaum und plötzlich findet er sich in einem alten Kirchenbuch der Gemeinde. Genau das erlebte ein Besucher beim Tag des offenen Denkmals 2026 in der Evangelischen Stadtkirche Lennep. Fast eine Stunde lang blätterte er in einem historischen Kirchenbuch und konnte schließlich eine Lücke in seiner Familiengeschichte schließen.
Unter dem Titel „Aktenzeichen S wie Sammelstücke – Was man außer Papierkram im Gemeindearchiv findet“ zeigte die Kirchengemeinde für einen Tag ausgewählte Schätze aus ihrem Archiv. Über 60 Besucherinnen und Besucher nutzten diese Einladung, die gleichzeitig eine Premiere war.
Zu sehen waren unter anderem Bibeln aus den Jahren 1664 und 1875, Kirchenbücher, Hungertücher, alte Urkunden, ein Presbyteriums-Protokollbuch und ein historisches Lagerbuch.
Daneben erzählten die sogenannten „Sammelstücke“ vom Gemeindeleben jenseits offizieller Akten: Teller und Tassen, die zu besonderen Anlässen verschenkt wurden, Fotografien oder ein Abendmahlsgeschirr für Hausbesuche.

Damit griff die Ausstellung auch das Motto des Tags des offenen Denkmals 2026 „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ auf. Denn ein Gemeindearchiv bewahrt nicht nur alte Papiere. Es hält fest, wie Menschen gelebt, entschieden, gefeiert und ihren Glauben gestaltet haben – und macht diese Geschichte auch Jahrzehnte oder Jahrhunderte später noch nachvollziehbar.
Archiv-Expertin Steffi Geier begleitete die Ausstellung und kam mit vielen Gästen über die Fundstücke und ihre Geschichten ins Gespräch. Gerade das große Interesse zeigte: Lokale Kirchengeschichte wird besonders spannend, wenn sie mit konkreten Menschen, Orten und Erinnerungen verbunden ist.

Der Förderverein Stadtkirche sorgte für Getränke und Snacks. Einige historische Drucke und weitere Stücke konnten gegen eine Spende zugunsten der Stadtkirche mitgenommen werden.

Der Tag machte damit sichtbar, was Archive leisten können: Sie bewahren Vergangenheit nicht nur auf. Manchmal helfen sie sogar dabei, eine Geschichte weiterzuerzählen.