Nach Platon und Aristoteles gilt das „Staunen“ als Ursprung des Philosophierens. In der Spiritualität und in der Kunst hat sich das Verständnis des Staunens seit der Neuzeit jedoch verändert: Galt das Staunen den Philosophen als ein Anstoß zum Denken mit dem Ziel, etwas, was noch nicht wissend erfasst werden kann, mehr und mehr in Wissen zu überführen, wird das Staunen nun zu einer neuen eigenständigen Wahrnehmungsform. Das Staunen bezieht sich fortan auf jenen Bereich des Wahrnehmbaren, der die streng objektiv-begriffliche Erkenntnis übersteigt. In der Perspektive eines spirituellen und künstlerischen Staunens gilt jetzt: Wir sollten uns das Staunen, wie wir es seit der Kindheit kennen, bewahren! Der hinführende Beitrag will zeigen, wie solches Staunen zum Antrieb für die Arbeit im Werk der Künstlerin Katharina Mayer geworden ist.
Referent: Dr. Marco A. Sorace, Theologe und Kunsthistoriker
Eintritt frei