Unsere Reihe der Bachkantaten-Gottesdienste setzen wir fort mit der Kantate "Wo soll ich fliehen hin" (BWV 5). Die Choralkantate zum 19. Sonntag nach Trinitatis komponierte Johann Sebastian Bach in Leipzig, wo sie am 15. Oktober 1724 uraufgeführt wurde - vor 302 Jahren.
Das Sonntagsevangelium nach der Leipziger Leseordnung war Mt 9,1-8 mit dem zentralen Thema der Sündenvergebung. Der unbekannte Verfasser legte seinem Kantatentext das elfstrophige Kirchenlied Wo soll ich fliehen hin von Johann Heermann mit der auf eine Villanelle von Jakob Regnart zurück gehenden Melodie zu Grunde. Die erste und die letzte Strophe übernahm er unverändert. Die anderen Strophen verarbeitete er im Wechsel zu Rezitativen und Arien. Die Choralkantate hat die Besetzung tromba da tirarsi, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo, vier Gesangssolisten und vierstimmigen Chor. Die sieben Sätze stehen in g-Moll, soweit nicht anders angegeben:
1. Chor: "Wo soll ich fliehen hin" - Bearbeitung des Themas. Die Alt-, Tenor- und Bass-Stimmen singen im Kontrapunkt, der Sopran in langen schmucklosen Noten.
2. Rezitativ: "Der Sünden Wust hat mich nicht nur befleckt" - Bass und Continuo.
3. Arie: "Ergieße dich reichlich" - Arie für Tenor mit Soloviola und Continuo (Es-Dur).
4. Rezitativ: "Mein treuer Heiland tröstet mich" - Alt, Oboe und Continuo (g-Moll variierend nach c-Moll).
5. Arie: "Verstumme, Höllenheer" - Bass, Trompete, Streicher und Continuo (B-Dur).
6. Rezitativ: "Ich bin ja nur das kleinste Teil der Welt" - Sopran und Continuo.
7. Choral: "Führ auch mein Herz und Sinn" - letzte Strophe des Chorals, vom ganzen Ensemble gesungen und gespielt.
Aufführende:
Pia Leimann (Sopran und Alt)
Scott Robert Shaw (Tenor)
Frederik Schauhoff (Bass)
Ein Instrumentalensemble
Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen
Leitung: Yuko Nishimura-Kopp
Liturgie:
Die Liturgie feiert mit Ihnen Pfarrer Dr. Hajo Kenkel.
Bitte beachten Sie, dass die Gottesdienste mit Bachkantate infolge der neuen Ordnung der Abendgottesdienste an der Antoniterkirche nun regelmäßig vom ersten auf den zweiten Sonntag des Monats rücken.