Am 3. Sonntag im Advent geht unsere Reihe der Bachkantaten-Gottesdienste weiter mit der Kantate Nun komm, der Heiden Heiland (BWV 61).
Johann Sebastian Bach komponierte zwei verschiedene Kantaten mit diesem Titel: BWV 61 und BWV 62. Beide basieren auf dem gleichnamigen Adventslied von Martin Luther. Während im Advent 2025 bei uns vom Chor der Antoniterkirche, den Solisten und Instrumentalisten die Kantate Nr. 62 zur Aufführung gebracht wurde, ist es in diesem Jahr die Kantate Nr. 61. Johann Sebastian Bach komponierte diese 1714 in Weimar für den 1. Sonntag im Advent und führte sie am 2. Dezember 1714 in der Schlosskirche erstmals auf. Es war das Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar.
Die vorgeschriebenen Lesungen waren Röm 13,11-14 und Mt 21,1-9, der Einzug Jesu in Jerusalem. Der Textdichter Erdmann Neumeister übernimmt die erste Strophe von Martin Luthers "Nun komm, der Heiden Heiland" für den Eingangschor und benutzt als Schlusschoral den Abgesang der letzten Strophe von Philipp Nicolais "Wie schön leuchtet der Morgenstern". Der dritte Satz enthält die Bitte um ein "selig neues Jahr", da mit dem ersten Adventssonntag das neue Kirchenjahr beginnt. In Satz 4 zitiert Neumeister aus der Offenbarung 3,20 "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." Der Dichter verbindet die Motive vom Einzug Jesu in Jerusalem und seiner Wiederkunft mit der persönlichen Bitte um den Einzug in das Herz des Glaubenden. Bach führte die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig am 28. November 1723 erneut auf.
Besetzung und Aufbau
Die Kantate ist wie andere Kantaten aus Weimar klein besetzt mit drei Solisten, Sopran, Tenor und Bass, vierstimmigem Chor, zwei Violinen, zwei Violen und Basso continuo.
1. Coro: Nun komm, der Heiden Heiland
2. Recitativo (Tenor): Der Heiland ist gekommen
3. Aria (Tenor): Komm, Jesu, komm zu deiner Kirche
4. Recitativo (Bass): Siehe, ich stehe vor der Tür
5. Aria (Sopran): Öffne dich, mein ganzes Herze
6. Choral: Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone
Mit dem 1. Advent beginnt das Kirchenjahr. Bach schrieb den Eingangschor aus diesem Anlass als Choralphantasie in Form einer Französischen Ouverture, die dem Ablauf langsam – schnell (Fugato) – langsam folgt. Der französische König pflegte zur Ouverture eine Vorstellung zu betreten; Bach huldigte einem anderen König. Das Rezitativ beginnt secco, wird jedoch als Arioso weitergeführt, mit Imitation von Tenor und Continuo. Die Tenor-Arie wird von allen Violinen und Violen unisono begleitet. Satz 4, das Bibelzitat, ist dem Bass anvertraut als der Vox Christi, das Anklopfen ist durch pizzicato der Streicher ausgedrückt. Die Antwort ist ein persönliches Gebet des Soprans, das nur vom Continuo begleitet wird, mit einem adagio bezeichneten Mittelteil. Im Schlusschoral spielen die Violinen eine jubelnde fünfte Stimme zum vierstimmigen Chorsatz. (Quelle)
Aufführende:
Claudia Sledz, Sopran
Markus Jarchow, Tenor
Tobias Buscher, Bass
Ensemble Audiamus
Ein Instrumentalensemble
Leitung: Eva-Maria Förster
Liturgie: Die Liturgie feiert mit Ihnen Pfarrer Eckart Altemüller.
Bitte beachten Sie, dass die Gottesdienste mit Bachkantate infolge der neuen Ordnung der Abendgottesdienste an der Antoniterkirche nun regelmäßig vom ersten auf den zweiten Sonntag des Monats rücken.