Verleih uns Freiden gnädiglich

Freitag, 23. Oktober 2026, 19:30 Uhr
Klosterkirche, An der Klosterkirche, 01589 Riesa
Hamburger Ratsmusik, Isabell Schicketanz, Sopran
15,-/erm.12,-

Verleih‘ uns Frieden gnädiglich

Konzert mit Isabell Schicketanz aus Dresden und der Hamburger Ratsmusik in der Klosterkirche Riesa

Ein besonderes Vokal- u. Instrumentalkonzert erwartet die Zuhörer am 23. Oktober in der Klosterkirche Riesa. Dort ist ab 19.30 Uhr zum 2. Mal in Riesa die Hamburger Ratsmusik zu hören, eines der renommiertesten Ensembles für Alte Musik in Deutschland. Auf Gamben, Violine und Orgel werden Werke aus Renaissance und Barock dargeboten, die den Friedensgedanken und die Bitte um Frieden aufgreifen. Die Dresdner Sopranistin Isabell Schicketanz singt dazu Kompositionen von Erasmus Kindermann, Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach u. a.. Der Eintritt beträgt 15,-/erm. 10,-€, Karten gibt es an der Abendkasse.

Zum Programm:

„Mit Auffopfferung vieler millionen Seelen/ geführten Christen=Krieg“ klagt der Nürnberger Erasmus Kindermann im Vorwort zu seiner Sammlung Musicalische Friedensseuffzer. Seine Kompositionen und die seiner Zeitgenossen entstanden unter den traumatisierenden Eindrücken des 30jährigen Kriegs und seinen verheerenden Folgen im 17. Jahrhundert. Ganze Landstriche waren verwüstet und entvölkert, die Überlebenden geschwächt, es herrschten Hungersnöte und Seuchen.

Bereits 100 Jahre zuvor, zur Zeit der Bauernkriege, hat Martin Luther die sehnsüchtige Bitte um Frieden nach der Vorlage des gregorianischen Antiphons aus dem 9. Jahrhundert so eindrücklich in Wort und Musik gesetzt in seinem Choral Verleih‘ uns Frieden gnädiglich.

Dieser verbreitete sich in zahlreichen Kompositionen seiner Zeitgenossen bis hin zu Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach und in unsere Gegenwart.

Vom Faustkeil bis zu atomaren Vernichtungswaffen: Kriegerische Konflikte sind so alt wie die Menschheit selbst. Gerade 2025, 80 Jahre nach Kriegsende, verdeutlichen diese Texte und Musik in ihrer permanenten Aktualität, dass Frieden immer wieder neu verhandelt und errungen werden muss.

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