»Lebensfuge«. Lübecker Buxtehude-Tage

Donnerstag, 24. September 2026, 19:00 Uhr
„KulturSalon", Kronsforder Allee 24, 23560 Lübeck
Monika Knoblochova, Cembalo · Johanna Krumstroh, Lesung
20,-/12,- € (Ermäßigung für Inhaber von Ehrenamtskarte SH, LübeckCard, Schwerbehindertenausweis), freier Eintritt für Kinder, Schüler und Studierende

Informationen zum Ticketverkauf folgen in Kürze.

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Zuzana Růžičková wuchs in der Tschechoslowakei der 1930er Jahre auf und träumte von zwei Dingen: Johann Sebastian Bach und dem Klavier. Doch ihre friedliche, behütete Kindheit wurde durch den Einmarsch der Nazis im Jahr 1939 jäh zerrissen. Sie wurde aus ihrer Heimat vertrieben, in vier Konzentrationslager deportiert. Sie überlebte Theresienstadt, Auschwitz, Neuengamme und Bergen-Belsen.

Es ist eine Sarabande von Johann Sebastian Bach, die ihr in den Lagern das Leben rettet – sie erklingt in ihrem Kopf: »Die Nazis wissen nicht einmal, dass die Musik da ist. Sie können sie mir nicht wegnehmen. Sie gehört mir, mir allein.«

Trotz ihrer von der Zwangsarbeit zerschundenen Hände gelang es ihr nach dem Krieg – mit unglaublichem Einsatz, vollkommener Hingabe und positivem Lebenswillen – in Prag Musik zu studieren. Sie entdeckte das Cembalo für sich: »Als ich zu spielen begann, fühlte ich eine so starke Verbindung zu diesem Tasteninstrument, das Bach immer bevorzugt hatte ... es war wie nach Hause kommen.«

Mut und Leidenschaft prägten Zuzanas Leben in Unfreiheit unter dem kommunistischen System in Prag.

Gestärkt durch die Liebe ihres Mannes, des tschechischen Komponisten Viktor Kalabis, wurde sie zu einer der berühmtesten Musikerinnen des 20. Jahrhunderts und zur ersten Cembalistin, die das gesamte Klavierwerk Bachs aufnahm.

Zuzana Růžičková war eine Legende – nicht nur als Mensch, sondern auch als Musikerin, sie wurde gefeiert und verehrt. 2017 erschien ihr Gesamtwerk neu, am 27. September desselben Jahres starb die Grande Dame des Cembalos in Prag.

Texte aus ihrem Buch Lebensfuge führen durch die schwärzesten Kapitel in Zuzanas Leben hin zu einem Leben in Freiheit als lebensbejahende, faszinierende Musikerin, die an die Menschlichkeit und Kraft der Musik appelliert: »Bei Bach findet man stets Trost. Er gibt uns etwas Ewiges, was das Menschsein transzendiert.«

Monika Knoblochova, ehemalige Studentin von Zuzana Růžičková, interpretiert Werke u. a. von J. S. Bach, D. Scarlatti und V. Kalabis zu hören sein.

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