Die neue Petrivisionsreihe BAUSTELLEN nimmt elementare Bestandteile eines Bauwerks zum Ausgangspunkt für Fragen nach Menschen und Gesellschaft. Nach dem Auftakt „Fundament“ richtet sich der Blick nun auf die Mauer. Mauern tragen und schützen, sie geben einem Raum Gestalt und schaffen ein Innen. Zugleich grenzen sie ab, versperren Wege und halten Menschen draußen. Welche Mauern brauchen wir? Welche müssen fallen?
Die deutsch-deutsche Grenze ist Geschichte, die Berliner Mauer vor fast vier Jahrzehnten gefallen. Doch was ist aus den Grenzen geworden, die sie markierte? Und wie steht es um die oft beschworenen „Mauern in den Köpfen“? Darüber spricht Dr. Andreas Wagner, Leiter des Grenzhus Schlagsdorf, das sich am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen mit der Geschichte der deutschen Teilung und ihren Folgen auseinandersetzt.
Einen anderen Blick auf Mauern eröffnet Prof. Frank Schwartze, Stadtplaner an der Technischen Hochschule Lübeck. Denn Mauern sind nicht nur politische Symbole: Sie strukturieren unsere Städte, schaffen Räume, trennen Privates von Öffentlichem und bestimmen mit, wie Menschen sich begegnen.
Elisabeth Hartmann-Runge, Pastorin und Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, fragt, wann eine Mauer zum Schutzraum wird. Am Beispiel des Kirchenasyls erzählt sie von Kirchentüren, die sich schließen, damit Menschen dahinter sicher sein können – und von dem Konflikt, der entsteht, wenn Schutz, Recht und Gewissen nicht dasselbe verlangen.
Texte von Georges Perec, Zoë Skoulding und anderen werden von Rebecca Indermaur und Sigrid Dettlof gelesen. Das Valentin Vokalensemble singt Werke von Knut Nystedt, Hugo Distler und anderen. Grigorii Osipov improvisiert am Schlagwerk. Hinzu kommt das Duo Ellangton mit Ella Burkhardt (Gesang und Gitarre) und Christopher Langkau (Gitarre). Neben Text und Musik rückt auch der Kirchenraum selbst in den Blick, mit Projektionen aus Dr. Holger Reimers’ baugeschichtlicher Dokumentation von St. Petri und einer Mural-Aktion von Daniel Ivanov. Regie führen Sigrid Dettlof und Mathis Dieckmann.
Bereits ab 22 Uhr ist das Petri-Café geöffnet und lädt vor Beginn zum Ankommen und Begegnen ein.
Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.